Meta stellt Quest 2 ein – wer von euch trainiert noch mit alter Hardware, und was macht ihr dann?
Kurzer Kontext für alle, die es nicht mitbekommen haben: Meta hat angekündigt, dass Quest 2 und Quest Pro Anfang nächsten Jahres ihr letztes OS-Update bekommen. Die HorizonOS-Entwicklung wird zugunsten der kommenden Hardware zurückgefahren.
Für mich als jemanden, der VR für Sehtraining nutzt (Amblyopie, lazy eye), ist das eine echte Frage: Was passiert mit Leuten, die sich gerade erst eine gebrauchte Quest 2 geholt haben, weil die Einstiegshürde niedriger ist? Gerade im Bereich Sehtraining ist der Preis oft der Hauptgrund, warum Leute überhaupt anfangen – und dann trifft sie ein Support-Ende.
Ich baue selbst an AmblyoPunch, einem VR-Trainingsspiel für Amblyopie und binokulare Themen (Gabor-Muster-Münzen schlagen, roten Stacheln ausweichen, vierstufiger dichoptischer Plan im Automatikmodus). Deshalb meine ich das nicht als Werbung, sondern als ehrliche Frage in die Runde. Und weil hier viele aus der Engineering-Ecke mitlesen, ein paar Zahlen und Trade-offs aus meinem eigenen Build – denn genau daran entscheidet sich, ob alte Hardware noch trägt oder nicht.
Warum Quest 2 für Sehtraining noch funktioniert – und wo die Grenze liegt
Das Gerät ist von 2020: Snapdragon XR2, 1832×1920 pro Auge, 72/90 Hz, ~6 GB RAM. Für ein Trainingsspiel heißt das konkret: Wir rendern zwei Augen getrennt, weil der dichoptische Ansatz pro Auge unterschiedliche Reize braucht – anderes Kontrastniveau, andere Position, teils andere Frequenz. Das ist kein Stereo-Trick, sondern zwei Renderpfade. Auf XR2 läuft das nur, wenn man diszipliniert bleibt: feste Gabor-Texturen statt Shader-Magie, aggressives Fixed Foveated Rendering, keine dynamischen Schatten, 72 Hz als Default statt 90. Wir haben die Wiederholungen bewusst kurz gehalten – einzelne Sessions von ein paar Minuten statt langer Läufe –, weil kurze, häufige Einheiten bei Amblyopie ohnehin sinnvoller sind und die thermische Drosselung der Quest 2 sonst zuschlägt. Kurz: Das alte Gerät trägt das Training, solange die Architektur schlank bleibt. Der Engpass ist nicht die GPU, sondern die Bereitschaft, Ressourcen zu sparen.
Warum das Support-Ende trotzdem weh tut
Ein letztes OS-Update bedeutet: keine neuen Store-Anforderungen, keine neuen Sicherheitsfixes, irgendwann zickt der Store, irgendwann fällt der Login. Für Spiele, die nicht mehr gepatcht werden, ist das meist egal – sie laufen einfach weiter. Für alles, was vom Store oder von Online-Login abhängt, ist es ein Risiko. Genau da liegt der Nerv für Familien, die gebraucht gekauft haben: Die Hardware ist billig, aber das Ökosystem hat ein Ablaufdatum. Deshalb die drei Fragen an euch:
- Wie lang ist der realistische Restlebenszyklus einer Quest 2 für Spiele, die nicht mehr aktiv gepatcht werden? Reicht „läuft ja noch" als Argument, oder würdet ihr neu kaufen?
- Würdet ihr bei einem Trainingsspiel, das auf ältere Hardware optimiert ist, noch einsteigen – oder lieber auf die nächste Generation warten?
- Gibt es hier Leute, die ihr Sehtraining komplett in VR machen? Was funktioniert für euch, was nicht? Und wie haltet ihr die Wiederholung über Monate aufrecht?
Mich interessiert besonders die Perspektive von Leuten mit alter Hardware im Schrank und von Eltern, die für ihre Kinder eine günstige Lösung suchen.
Und ja, falls es wen interessiert: Das Spiel ist ausdrücklich kein Medizinprodukt, keine Behandlung und kein Heilmittel – nur Training, das man zusätzlich zur augenärztlichen Betreuung nutzt. Wer reinschauen will: https://www.meta.com/en-gb/experiences/amblyopunch/1239507485902689/
Bin gespannt auf eure Einschätzungen.